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Aktive Saison 2010/2011 Aktive Saison 2010/2011

Trainer Köhler plant mit Rückkehrern

Fußball – Der SV Klein-Gerau liegt als Viertletzter der A-Liga nur noch zwei Punkte hinter einem Relegationsplatz

 

Stützen des SV Klein-Gerau sind Torhüter Sascha Zimny (links) und Routinier Mike Schamber (rechts), die hier eine Chance des Büttelborners Dennis Brunner zunichtemachen. Die Klein-Gerauer Fußballer haben in der A-Liga mit dem viertletzten Platz den Klassenerhalt wieder in Reichweite. Foto: Uwe Krämer

 
Sie rückten vor der Winterpause bis auf zwei Punkte an den Relegationsplatz, den derzeit Wallerstädten innehat, heran. „Wir haben in den letzten vier Spielen gegen die ersten Vier der Tabelle gespielt und dabei vier Punkte geholt. Das ist doch richtig gut. Da gehen wir mit viel Selbstvertrauen ins neue Jahr”, ist Trainer Sven Köhler sichtlich zufrieden. Und: „Ich denke, jetzt haben wir uns gefangen.”
Dass es lange nicht gut lief, obwohl sein Team weitgehend zusammengeblieben war nach der vergangenen Saison, schreibt der 36-jährige Coach vor allem einigen schwer zu kompensierenden Ausfällen und der Umstellung auf die Viererkette zu. „Viermal musste ich sie wegen fehlender Spieler ändern”, berichtet Köhler. Mit Peter Eggers und Jan Telle waren gleich beide Innenverteidiger ausgefallen. Nach sechs Niederlagen hintereinander folgerte der Trainer: „Wir haben wieder auf Libero umgestellt und die Viererkette erst einmal zurückgestellt.”
Mit Mittelfeldspieler Sven Kusch, der anfangs einen sehr ordentlichen Job in der für ihn ungewohnten Innenverteidigung gemacht hatte, hat der SV neben Florian Reichert einen starken Sechser. Gestützt auf Kapitän Dominik Rothermel und den 39-jährigen Mike Schamber, der einen erfahrenen Libero abgibt, arbeiteten sich die Klein-Gerauer dann Stück für Stück nach vorne und haben nun den Nichtabstiegsplatz in Reichweite.
Dabei setzt Sven Köhler verstärkt auf die Jugend: „Wir haben schon länger damit begonnen, das Team zu verjüngen und ehemalige Jugendspieler zurückzuholen.” So kehrten in diesem Sommer Tobias Ostendorf vom SV Geinsheim und Dennis Hartmann von der TSG Worfelden zurück, nachdem sie vor Jahren, als in Klein-Gerau mangels Masse keine Nachwuchsmannschaft mehr gemeldet werden konnte, weggegangen waren.
Bitter nur, dass beide Talente schon länger verletzt sind. Ostendorf zog sich einen doppelten Bänderriss zu, Hartmann laboriert an einer Knie- und Oberschenkelverletzung.
Köhler hofft aber, nach der Winterpause mit ihnen planen zu können. Ebenso mit Michele Calabrese, der Ende November einen Innenbandriss im Knie erlitt – zum dritten Mal, „aber er probiert wieder einzusteigen.” Bei Chris Thalheimer wird es dagegen noch bis zur nächsten Saison dauern, ehe er nach einem Kreuzbandriss anfangen kann. Doch steht er seiner Mannschaft weiter tatkräftig zur Seite: als Co-Trainer von Sven Köhler.
„Ich würde schon gerne noch vier, fünf Plätze nach oben rücken”, erläutert Köhler seine Pläne für den restlichen Saisonverlauf, „wir haben ja einige Spitzenteams schon hinter uns.” Am 26. Februar geht es mit einer lösbaren Aufgabe gegen Italia Groß-Gerau weiter. Gegen seinen ehemaligen Verein will der SV-Coach „gleich ein Zeichen setzen” und den Aufwärtstrend fortführen.
Präsentiert sich sein Team dann so kompakt und mannschaftlich geschlossen wie zuletzt gegen den Ortsrivalen Büttelborn, kann eigentlich nicht viel schiefgehen. „Da haben wir mit viel Leidenschaft gespielt”, freute sich der frühere Ober- und Landesligaspieler von Erzhausen, Groß-Gerau und Mühlheim.
Dabei hatte Klein-Gerau die Partie wegen vier fehlender Stammkräfte verlegen wollen, „aber dann haben wir uns wahnsinnig reingehängt.” Zwar gelang Matchwinner Werner Eckert erst in der Nachspielzeit der umjubelte Siegtreffer. „Unverdient war es aber nicht”, fand Köhler und berichtet schmunzelnd, „dass der Werner bereits in der 50. Minute raus wollte, weil er hinter den Spitzen spielte und schon viel gelaufen war”.
In der Winterpause wünscht sich Köhler noch die Verpflichtung eines zweiten Keepers neben dem 37-jährigen Stammtorhüter Sascha Zimny. Dann wäre der Trainer, der mit Detlef Boy sowie mit Klaus und Tobias Runge vom Spielausschuss eng zusammenarbeitet und mit seinem Team große Unterstützung durch die Alten Herren erfährt, in seiner fünften Saison als SV-Trainer ungemein zufrieden.
Daher könnte er sich „gut vorstellen, noch länger hier zu bleiben”. Schließlich stecke viel Potenzial in seiner Mannschaft, „und nach den letzten Spielen macht es wieder großen Spaß.”